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Zustandseinstufung

Die Zustandseinstufung beschreibt den Erhaltungszustand einer Schallplatte und ihrer Verpackung. Sie wird auch Grading genannt und hilft dabei, Angebote beim Kauf und Verkauf einzuordnen. Platte und Cover erhalten jeweils eine eigene Bewertung.

Ein verbreitetes Bewertungssystem ist der Goldmine-Standard, den auch Discogs verwendet. Seine Kürzel reichen von Mint (M) für ein makelloses Exemplar bis zu Poor (P) für einen stark beschädigten Tonträger. Dabei geht es um den Zustand des konkreten Exemplars, nicht um die musikalische Qualität des Albums.

Die Zustandsstufen im Überblick

Die folgende Übersicht fasst die Stufen für die Schallplatte zusammen. Für das Cover gelten entsprechende Kriterien zu Abnutzung und Beschädigungen.

KürzelBezeichnungBedeutung für die Schallplatte
MMintMakellos und ungespielt. Diese Einstufung sollte sehr zurückhaltend vergeben werden.
NM / M−Near MintNahezu makellos, ohne erkennbare Abnutzung und ohne zustandsbedingte Wiedergabemängel.
VG+Very Good PlusLeichte Gebrauchsspuren, die das Hörerlebnis nicht beeinträchtigen.
VGVery GoodDeutlichere Gebrauchsspuren und hörbare Nebengeräusche, besonders in leisen Passagen. Die Musik wird dadurch nicht übertönt.
G+ / GGood Plus / GoodStarke Gebrauchsspuren und deutliche Nebengeräusche. Die Platte muss dennoch ohne Springen durchlaufen.
F / PFair / PoorStark beschädigt; beispielsweise mit Rissen, starker Verformung oder Wiedergabefehlern wie Springen und Wiederholen.

„Good“ bedeutet hier also keineswegs einen guten Zustand im alltäglichen Sprachgebrauch. Auch „Very Good“ bezeichnet keine nahezu neuwertige Platte.

Platte und Cover getrennt beurteilen

Eine gut erhaltene Platte kann in einem stark abgenutzten Cover stecken – und umgekehrt. Bei der Hülle zählen unter anderem Knicke, Abrieb, Beschriftungen und aufgeplatzte Klebenähte. Als Ringwear bezeichnet man den ringförmigen Abrieb, durch den sich die Kontur der Platte auf dem Cover abzeichnet.

Eine Angabe wie „Vinyl: VG+ / Cover: VG“ macht den Unterschied unmittelbar sichtbar. Bei einer bloßen Kombination wie „VG+/VG“ solltest Du prüfen, welche Reihenfolge der Anbieter verwendet. Innenhülle, Textblatt und andere Beilagen lassen sich zusätzlich beschreiben; ihre Vollständigkeit sollte ausdrücklich genannt werden.

Sichtprüfung und Hörprüfung

Bei der Sichtprüfung, auch Visual Grading genannt, wird die Platte unter einer hellen Lampe betrachtet. Kratzer, Abrieb und Verformungen lassen sich so erkennen. Die Hörprüfung, das Play Grading, ergänzt die Bewertung um die tatsächliche Wiedergabe. Goldmine weist darauf hin, dass nicht jeder relevante Mangel optisch eindeutig erkennbar ist.

Für Deine eigene Prüfung empfiehlt sich ein nachvollziehbarer Ablauf: Betrachte beide Seiten, kontrolliere das Cover und notiere auffällige Stellen. Wenn Du die Platte abhörst, achte besonders auf leise Passagen und verdächtige Bereiche. Eine Stichprobe solltest Du auch als solche angeben.

Eine Beschreibung wie „nur optisch geprüft“ schafft Klarheit. Noch aussagekräftiger ist beispielsweise: „Beide Seiten vollständig abgehört; vereinzeltes Knistern im Intro, kein Springen.“ Solche Angaben erklären, was tatsächlich geprüft wurde.

Häufige Missverständnisse

Near Mint heißt nicht zwingend ungespielt. Eine sorgfältig behandelte Platte kann diese Einstufung auch nach mehrfachem Abspielen erfüllen. Ebenso erhält eine alte Platte keinen Zustandsbonus: Die Maßstäbe ändern sich nicht mit ihrem Alter.

Versiegelt heißt nicht automatisch Mint. Bei einer verschlossenen Verpackung bleibt der Zustand der Platte im Inneren ungeprüft. Goldmine warnt ausdrücklich davor, aus der Versiegelung auf einen einwandfreien Inhalt zu schließen.

Zusätzliche Kürzel wie EX, VG++ oder VG− solltest Du anhand der angegebenen Bewertungsskala lesen. Goldmine verwendet beispielsweise „Excellent“ als alternative Bezeichnung für VG+. Daraus folgt keine universelle Gleichsetzung für jeden Händler.

Was die Zustandseinstufung leisten kann

Grading schafft eine gemeinsame Sprache, ersetzt aber keine genaue Beschreibung. Gerade an den Grenzen zwischen zwei Stufen bleibt ein Beurteilungsspielraum. Goldmine empfiehlt deshalb eine zurückhaltende Bewertung und die ausdrückliche Nennung besonderer Mängel.

Für die Praxis ist eine einfache Regel hilfreich: Das Kürzel gibt die Richtung vor, die Beschreibung liefert die Details. Wenn Dir eine möglichst ruhige Wiedergabe wichtig ist, frage gezielt nach hörbaren Störungen. Wenn Du Wert auf eine vollständige Sammlung legst, frage zusätzlich nach Originalhülle und Beilagen.

Die Zustandseinstufung hilft Dir, den Erhaltungszustand einer Schallplatte realistisch einzuschätzen. Aussagekräftig wird sie durch getrennte Bewertungen für Vinyl und Cover, einen Hinweis zur Prüfmethode und eine konkrete Beschreibung vorhandener Mängel.

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