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Moving Magnet (MM)

Moving Magnet, kurz MM, bezeichnet ein elektromagnetisches Tonabnehmerprinzip für Plattenspieler. Ein kleiner Magnet bewegt sich mit dem Nadelträger, während die Spulen im Tonabnehmergehäuse feststehen. So werden die Bewegungen der Abtastnadel in ein elektrisches Musiksignal umgewandelt.

Wie funktioniert Moving Magnet?

Die Diamantspitze folgt den feinen Auslenkungen der Schallplattenrille. Ihr Nadelträger, auch Cantilever genannt, überträgt diese Bewegungen auf einen oder mehrere kleine Permanentmagnete. Dadurch verändert sich der magnetische Fluss durch die feststehenden Spulen: In ihnen entsteht eine elektrische Spannung. Dieses Prinzip heißt elektromagnetische Induktion.

Bei einem Stereo-Tonabnehmer erfassen entsprechend angeordnete Magnetsysteme und Spulen die Informationen für den linken und rechten Kanal. Die genaue Konstruktion unterscheidet sich je nach Hersteller. „Moving Magnet“ beschreibt also das Generatorprinzip, nicht einen bestimmten Nadelschliff.

Warum ein MM-Phonoeingang notwendig ist

MM-Tonabnehmer liefern typischerweise eine Ausgangsspannung von wenigen Millivolt. Beispielsweise sind für den Audio-Technica AT-VM95E 4 mV und für den Ortofon 2M Red 5,5 mV angegeben – jeweils unter festgelegten Messbedingungen. Diese Werte sind keine konstante Spannung während der Wiedergabe.

Das Signal benötigt einen geeigneten Phonovorverstärker. Dieser verstärkt es und übernimmt die RIAA-Entzerrung, die die beim Schneiden verwendete Frequenzkorrektur bei der Wiedergabe ausgleicht. Ein normaler AUX- oder Line-Eingang erfüllt diese Aufgaben nicht.

Du kannst einen MM-Phonoeingang am Verstärker oder einen separaten Phonovorverstärker verwenden. Hat Dein Plattenspieler einen eingebauten und aktivierten Vorverstärker, wird sein bereits aufbereitetes Signal dagegen an einen Line-Eingang angeschlossen.

Widerstand und Kapazität: die elektrische Abstimmung

Für viele MM-Systeme ist ein Abschlusswiderstand von 47 kΩ vorgesehen. Gemeint ist der Widerstand am Eingang des Phonovorverstärkers. Daneben spielt die Abschlusskapazität eine Rolle, angegeben in Pikofarad (pF). Maßgeblich ist die gesamte Kapazität aus Verkabelung und Phonoeingang.

Zusammen mit der Induktivität der Tonabnehmerspulen beeinflusst sie den Frequenzgang, besonders im oberen Hörbereich. Eine unpassende Kapazität kann bestimmte Frequenzen betonen oder abschwächen. Deshalb ist „möglichst wenig“ ebenso wenig eine allgemeingültige Regel wie „mehr ist besser“.

Die Herstellervorgaben unterscheiden sich: Audio-Technica nennt für den AT-VM95E 100–200 pF, Ortofon für den 2M Red 150–300 pF. Prüfe deshalb die Angaben für Dein konkretes System. Ein längeres Kabel zwischen Tonabnehmer und Phonovorverstärker kann die Gesamtkapazität erhöhen.

Austauschbare Nadel als praktischer Vorteil

Bei vielen MM-Tonabnehmern lässt sich der komplette Nadeleinschub wechseln. Dazu gehören die Diamantspitze, der Nadelträger und die zugehörige bewegliche Baugruppe. Der Tonabnehmerkörper mit seinen Spulen bleibt montiert.

Das erleichtert den Ersatz einer verschlissenen oder beschädigten Nadel. Manche Baureihen erlauben außerdem den Wechsel auf einen anderen Nadelschliff, ohne den gesamten Tonabnehmer auszutauschen. Ein Beispiel ist die Audio-Technica-VM95-Serie mit untereinander kompatiblen Nadeleinschüben.

Diese Austauschbarkeit gilt jedoch nicht beliebig über verschiedene Systeme hinweg. Auch bei einem passenden Einschub müssen Auflagekraft und weitere Herstellervorgaben geprüft werden.

MM und MC im Vergleich

Bei Moving Coil (MC) bewegen sich die Spulen im Feld eines feststehenden Magneten. Bei MM bewegen sich die Magnete, während die Spulen feststehen. Klassische Low-Output-MC-Systeme benötigen wegen ihres kleineren Ausgangssignals eine höhere Verstärkung; bei High-Output-MC-Systemen kann ein MM-Eingang geeignet sein.

Daraus ergibt sich keine automatische klangliche Rangfolge. Für die Wiedergabe zählen unter anderem Nadelschliff, Nadelträger, Generatorausführung, Justage und die Abstimmung mit Tonarm und Phonovorverstärker. Beschreibungen wie „MM klingt warm“ oder „MC klingt grundsätzlich detailreicher“ sind deshalb keine verlässlichen Eigenschaften der beiden Prinzipien.

Bedeutung für die Praxis

Moving Magnet ist ein vielseitiges Tonabnehmerprinzip mit vergleichsweise unkomplizierter Einbindung und häufig austauschbarer Nadel. Es eignet sich für einfache Anlagen ebenso wie für anspruchsvolle Wiedergabe.

Entscheidend ist, dass das konkrete System zur Anlage passt und korrekt eingestellt wird. Die Buchstaben MM helfen bei der Wahl des Phonoeingangs – sie ersetzen weder die Prüfung der technischen Daten noch eine sorgfältige Justage.

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