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Gleichlaufschwankung

Eine Gleichlaufschwankung ist eine zeitliche Schwankung der Geschwindigkeit bei der Aufnahme oder Wiedergabe von Musik. Beim Plattenspieler führt sie dazu, dass die Tonhöhe geringfügig steigt und fällt. In technischen Daten wird dafür häufig der englische Begriff Wow and Flutter verwendet. Entscheidend ist, wie gleichmäßig die Musik wiedergegeben wird – neben der Frage, ob die durchschnittliche Drehzahl stimmt.

Wie entstehen Gleichlaufschwankungen?

Die Rille einer Schallplatte enthält das aufgezeichnete Musiksignal. Wird sie schneller abgetastet als vorgesehen, steigen Tonhöhe und Wiedergabetempo. Wird sie langsamer abgetastet, sinken beide. Wechseln sich diese Abweichungen fortlaufend ab, entsteht eine ungewollte Tonhöhenschwankung.

Dabei werden zwei Erscheinungsformen unterschieden: Wow bezeichnet langsame Schwankungen, die als Leiern oder allmähliches Auf und Ab der Tonhöhe auffallen können. Flutter meint schnellere Schwankungen, die den Ton eher zittrig oder rau erscheinen lassen. Beide gehören zu den Gleichlaufschwankungen.

Anschaulich wird das bei einem lang gehaltenen Klavier- oder Orgelton: Statt gleichmäßig auszuklingen, scheint der Ton leicht zu schwanken. Bei dichter, rhythmischer Musik kann derselbe Fehler weniger deutlich auffallen. Wie störend er ist, hängt daher auch von der Musik und der eigenen Wahrnehmung ab.

Ursachen am Plattenspieler und an der Platte

Am Laufwerk können ein verschlissener oder falsch aufgelegter Antriebsriemen sowie Unregelmäßigkeiten im Motor, im Lager oder in der Drehzahlregelung zu einem instabilen Lauf beitragen. Bei einem Riemenantrieb ist deshalb der Zustand des Riemens ein wichtiger Ansatzpunkt. Audio-Technica nennt einen gedehnten Riemen ausdrücklich als mögliche Ursache für langsamer werdende oder unregelmäßige Rotation.

Nicht jede hörbare Gleichlaufschwankung entsteht jedoch am Plattenspieler. Liegt das Mittelloch einer Schallplatte nicht im Zentrum ihrer Rillen, wird die Rille trotz gleichmäßiger Tellerdrehzahl mit wechselnder Geschwindigkeit abgetastet. Das kann eine regelmäßig wiederkehrende Tonhöhenschwankung verursachen. Ein Hinweis darauf ist ein Tonarm, der während jeder Umdrehung sichtbar seitlich hin und her wandert.

Bei 33⅓ Umdrehungen pro Minute dauert eine Umdrehung 1,8 Sekunden. Ein durch außermittige Rillen verursachtes Leiern wiederholt sich entsprechend in diesem Rhythmus.

Auch frühere Produktionsschritte können eine Rolle spielen: Gleichlaufschwankungen einer analogen Bandaufnahme können bereits im aufgenommenen Signal enthalten sein. Ein einwandfrei laufender Plattenspieler gibt sie dann mit wieder. AES

Was bedeutet die Prozentangabe?

In Datenblättern werden Gleichlaufschwankungen meist in Prozent angegeben. Unter gleichen Messbedingungen bedeutet ein kleinerer Wert eine geringere Schwankung. Die Zahl allein reicht allerdings nicht für einen zuverlässigen Vergleich.

Wichtig sind das Messverfahren, eine mögliche Gewichtung und die Art der Auswertung. Eine Gewichtung berücksichtigt, dass Schwankungen unterschiedlicher Geschwindigkeit nicht gleichermaßen ins Messergebnis eingehen. WRMS bezeichnet einen gewichteten Effektivwert; andere Verfahren bestimmen beispielsweise gewichtete Spitzenwerte. Diese Angaben sind nicht unmittelbar gleichzusetzen.

Ein Gleichlaufwert beschreibt außerdem einen bestimmten Aspekt des Laufwerks. Er ist keine Gesamtbewertung des Plattenspielers und sagt nichts über den Zustand einer einzelnen Schallplatte aus.

Gleichlaufschwankung oder falsche Drehzahl?

Ein Plattenspieler kann dauerhaft etwas zu schnell laufen und dabei einen gleichmäßigen Lauf haben. Die Musik klingt dann durchgehend etwas höher und schneller. Umgekehrt kann die durchschnittliche Drehzahl stimmen, obwohl sie fortlaufend um diesen Mittelwert schwankt.

Drehzahlgenauigkeit beschreibt die Übereinstimmung mit der vorgesehenen Geschwindigkeit. Gleichlauf beschreibt deren zeitliche Beständigkeit. Eine Drehzahlkorrektur kann einen konstanten Fehler beheben; ein regelmäßiges Leiern verschwindet dadurch nicht zwangsläufig.

Auch Rumpeln ist etwas anderes: Dabei handelt es sich um tieffrequente Störgeräusche, die beispielsweise durch mechanische Vibrationen entstehen. Gleichlaufschwankungen verändern dagegen den zeitlichen Ablauf und damit die Tonhöhe des Musiksignals.

Was kannst Du in der Praxis prüfen?

Wenn Dir ein Leiern auffällt, vergleiche zunächst mehrere Schallplatten. Tritt es nur bei einer Platte auf und bewegt sich der Tonarm regelmäßig seitlich, spricht das für eine außermittige Lage der Rillen. Ist die Schwankung bei vielen Platten hörbar, lohnt sich eine Prüfung des Laufwerks.

Bei einem Riemenantrieb kontrollierst Du nach Herstelleranleitung, ob der passende Riemen richtig sitzt, nicht verdreht und nicht verschlissen ist. Einen verschlissenen Riemen ersetzt Du durch einen passenden Ersatz.

Smartphone-Apps, die die Rotation über die Bewegungssensoren des Telefons erfassen, können eine erste Orientierung zur Drehzahl liefern. Ihre Gleichlaufanzeigen sind jedoch kein verlässlicher Ersatz für eine Messung am Audiosignal. Dafür wird ein geeigneter Testton von einer Testschallplatte mit entsprechender Messtechnik ausgewertet. Auch die Testplatte muss ausreichend genau gefertigt und zentriert sein.

Geringe Gleichlaufschwankungen helfen dabei, dass Töne ihre vorgesehene Höhe stabil behalten. Für die Fehlersuche ist entscheidend, zwischen Laufwerk, Schallplatte und bereits aufgezeichneten Schwankungen zu unterscheiden. Ein hörbares Leiern ist ein Anlass zum Prüfen – die Ursache lässt sich nicht allein aus dem Datenblatt des Plattenspielers ablesen.

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