-
Zwischen Fotograf und Betrachter – wann wir wirklich in ein Foto hineinsehen
“There are always two people in every picture: the photographer and the viewer.”Ansel Adams Sinngemäß auf Deutsch: „An einem Bild sind immer zwei Menschen beteiligt: der Fotograf und der Betrachter.“ Daneben findet sich eine zweite Aussage von Adams: “A photograph is usually looked at—seldom looked into.”Ansel Adams Sinngemäß: „Ein Foto wird meistens nur angeschaut – selten schaut man in es hinein.“ Beide Sätze werden häufig gemeinsam zitiert und passen gedanklich tatsächlich erstaunlich gut zusammen. Sie stammen nach den auffindbaren Quellen…
-
Die Kunst des Weglassens – was K. C. Cole über Blende, Pupille und Fotografie verrät
„Die Blende einer Kamera und die Pupille sind nicht dazu da, Informationen hereinzulassen, sondern dazu, welche auszublenden.“K. C. Cole zugeschrieben Manchmal entsteht ein Bild durch das, was fehlt Wenn wir über eine Blende sprechen, geht es meistens um Licht. Große Blende, kleine Blendenzahl, viel Licht. Kleine Blende, große Blendenzahl, wenig Licht. Dazu kommen Schärfentiefe und Beugung, und schon befinden wir uns mitten in der Fototechnik. Das Zitat von K. C. Cole lenkt den Blick jedoch in eine andere Richtung. Plötzlich…
-
Zwölf Bilder im Jahr – warum Ansel Adams erstaunlich wenig von uns verlangt
“Twelve significant photographs in any one year is a good crop.”Ansel Adams Sinngemäß übersetzt: „Zwölf bedeutende Fotografien in einem Jahr sind eine gute Ausbeute.“ Häufig findet man im Deutschen auch die etwas freiere Übersetzung: „Zwölf gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute.“ Der Unterschied zwischen gut und bedeutend ist allerdings wichtig. Adams wird nicht mit der Aussage zitiert, dass uns nur zwölf technisch oder gestalterisch gelungene Aufnahmen pro Jahr gelingen könnten. „Significant“ legt die Messlatte anders: Gemeint sind…
-
Das Lieblingsfoto liegt noch vor uns – ein Gedanke von Imogen Cunningham
“Which of my photographs is my favorite? The one I’m going to take tomorrow.”Imogen Cunningham Sinngemäße deutsche Übersetzung:„Welches meiner Bilder ist mein Lieblingsfoto? Das, welches ich morgen machen werde.“ Warum ausgerechnet das Foto von morgen? Wer länger fotografiert, kennt vermutlich beide Seiten: Da gibt es Bilder, an denen man hängt. Vielleicht wegen des Motivs, vielleicht wegen der Erinnerung, vielleicht auch einfach deshalb, weil bei diesem einen Foto Licht, Moment und Gestaltung erstaunlich gut zusammengefunden haben. Und trotzdem wäre es merkwürdig,…
-
Sehen lernen – auch wenn die Kamera zu Hause bleibt
“The camera is an instrument that teaches people how to see without a camera.”Dorothea Lange Sinngemäß auf Deutsch:„Die Kamera ist ein Instrument, das Menschen das Sehen ohne Kamera beibringt.“ Es gibt einen interessanten Moment, der wahrscheinlich vielen Fotografen irgendwann begegnet: Du gehst durch eine Straße, sitzt in einem Café oder wartest auf einen Zug – und plötzlich siehst Du ein Bild. Nicht auf einem Display und nicht im Sucher. Die Kamera ist vielleicht nicht einmal dabei. Trotzdem fällt Dir auf,…
-
Näher dran – was Robert Capas berühmtes Zitat wirklich bedeuten kann
„If your photographs aren’t good enough, you’re not close enough.“Robert Capa Sinngemäße deutsche Übersetzung:„Wenn deine Fotos nicht gut genug sind, bist du nicht nah genug dran.“ Kaum ein Satz über Fotografie ist so kurz, einprägsam und gleichzeitig so leicht misszuverstehen wie dieser. Er wird Robert Capa zugeschrieben und ist eng mit seiner fotografischen Arbeit verbunden. Magnum Photos führt ihn in Capas Profil in der Form „If your photographs aren’t good enough, you’re not close enough.“ Auch das International Center of…
-
Vordergrund macht Bild gesund – oder steht da einfach nur etwas im Weg?
„Vordergrund macht Bild gesund.“ Der Spruch gehört zu den klassischen Merksätzen der Bildgestaltung. Und wie bei vielen fotografischen Weisheiten steckt darin durchaus etwas Wahres – solange man ihn nicht als Pflichtprogramm versteht. Denn ein Stein, Ast oder Blumentopf im unteren Bildrand macht aus einer langweiligen Aufnahme nicht automatisch ein gutes Foto. Entscheidend ist nicht, dass ein Vordergrund vorhanden ist. Entscheidend ist, was er für das Bild tut. Du stehst vor einer beeindruckenden Landschaft. Berge am Horizont, schönes Licht, vielleicht noch…
-
Mittagslicht – wirklich ein Grund für eine Fotopause?
„Zwischen elf und drei hat der Fotograf frei.“ Kaum eine fotografische Regel klingt so sehr nach einer offiziellen Arbeitszeitregelung für Fotografen wie diese. Generationen von Fotografinnen und Fotografen haben diesen Satz gehört. Wer ihn wörtlich nimmt, müsste die Kamera zur Mittagszeit konsequent einpacken und auf besseres Licht warten. Doch schlechte Fotos entstehen nicht automatisch, nur weil die Uhr zwölf zeigt. Trotzdem kommt der alte Merksatz nicht von ungefähr. Die Empfehlung stammt aus einer Zeit, in der die fotografischen Möglichkeiten deutlich…
-
Zoner Studio: Schau dir einmal an, was das RAW-Modul heute alles kann
Wer sich mit der RAW-Entwicklung beschäftigt, denkt häufig zuerst an Adobe Lightroom. Über viele Jahre galt es als Maßstab und ist bis heute für viele Fotografen die erste Wahl. Auch ich habe Lightroom früher genutzt – doch das ist inzwischen lange her. Seit vielen Jahren ist Zoner Studio meine bevorzugte Software für Bildverwaltung und RAW-Entwicklung. Adobe-Produkte öffne ich heute nur noch dann, wenn ich tatsächlich einmal ein Werkzeug benötige, das Zoner Studio nicht bietet. Genau das kommt jedoch mit jeder…
-
Wenn Erinnerungen in 33⅓ Umdrehungen pro Minute gespeichert sind
Manchmal frage ich mich, warum ich eigentlich Schallplatten höre. Die Antwort müsste einfach sein: wegen der Musik. Doch je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass das nur ein Teil der Wahrheit ist. Vor einiger Zeit zog ich eine Platte aus dem Regal, die ich schon lange nicht mehr gehört hatte. Eigentlich wollte ich nur ein oder zwei Titel hören. Doch schon als die Nadel die Einlaufrille erreichte und das leise Knistern zu hören war, war ich gedanklich…



























