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Trockenreinigung

Als Trockenreinigung bezeichnet man bei Schallplatten das Entfernen von losem Staub und Flusen ohne Reinigungsflüssigkeit. Meist kommt dafür eine spezielle Plattenbürste zum Einsatz. Die Methode gehört zur regelmäßigen Pflege vor dem Abspielen, ersetzt aber keine gründliche Reinigung bei fest haftenden Verschmutzungen.

Wie funktioniert die Trockenreinigung?

Eine Plattenbürste nimmt lose Partikel von der Oberfläche auf. Verbreitet sind Bürsten mit feinen Carbonfasern, auch Kohlefasern genannt. Daneben gibt es Samtbürsten und kombinierte Ausführungen, bei denen Faserreihen und ein Samtpolster zusammenarbeiten.

Entscheidend ist, dass der Staub tatsächlich von der Platte entfernt wird. Eine sichtbare Staublinie lediglich an eine andere Stelle zu schieben, ist noch keine vollständige Reinigung. Auch die Bürste selbst muss sauber sein, damit sie aufgenommene Partikel nicht beim nächsten Einsatz wieder verteilt.

Carbonfasern sind elektrisch leitfähig. Entsprechend konstruierte Bürsten können deshalb zusätzlich helfen, elektrostatische Ladungen abzuleiten. Dafür ist jedoch die leitfähige Verbindung von den Fasern über den Griff zur Hand von Bedeutung. Die Bezeichnung „antistatisch“ allein garantiert keine vollständige Entladung. Staubentfernung und Entladung sind zwei unterschiedliche Aufgaben.

Trockenreinigung in der Praxis

Für die übliche Reinigung mit einer Carbonfaserbürste liegt die Schallplatte auf dem Plattenteller. Der Tonarm bleibt währenddessen in seiner Halterung. Beachte ergänzend die Anleitung Deiner Bürste, denn Bauform und empfohlene Handhabung unterscheiden sich.

  1. Bürste prüfen: Die Fasern müssen sauber und frei von anhaftenden Fremdkörpern sein.
  2. Sanft aufsetzen: Bei drehender Platte die Bürste quer zu den Rillen ausrichten. Die Faserspitzen berühren den bespielten Bereich nur leicht.
  3. Staub aufnehmen: Die Platte wenige Umdrehungen unter der Bürste laufen lassen. Nicht kräftig aufdrücken oder den Teller abbremsen.
  4. Staub nach außen abführen: Die Bürste anschließend ohne zusätzlichen Druck vom inneren bespielten Bereich zum äußeren Plattenrand führen und dort abnehmen. So wird der gesammelte Staub nach außen von der Platte entfernt. Dabei die Anwendungshinweise der Bürste beachten.
  5. Bürste säubern: Aufgenommenen Staub abseits der Schallplatte mit der vorgesehenen Abstreifvorrichtung entfernen.

Mehr Druck bedeutet keine gründlichere Reinigung. Bleiben Partikel trotz vorsichtiger Anwendung haften, ist wiederholtes kräftiges Bürsten keine sinnvolle Lösung.

Was lässt sich damit entfernen – und was nicht?

Die Stärke der Trockenreinigung liegt bei lose aufliegendem Staub und kleinen Flusen. Sie ist schnell erledigt, benötigt keine Trocknungszeit und lässt sich gut in den Ablauf vor dem Musikhören einbauen.

Fingerabdrücke, fettige Rückstände und fest haftende Ablagerungen werden dadurch jedoch nicht zuverlässig gelöst. Hier ist eine geeignete Nassreinigung der nächste Schritt. Dabei werden Verschmutzungen mithilfe einer passenden Flüssigkeit gelöst und anschließend zusammen mit dieser entfernt – beispielsweise durch Absaugung. Die Trockenreinigung ist somit eine Ergänzung zur Plattenwäsche.

Auch eine optisch staubfreie Oberfläche bedeutet nicht, dass die Rillen vollständig sauber sind. Umgekehrt muss nicht jedes Knacken von Schmutz stammen: Beschädigungen und verschlissene Rillen lassen sich durch Reinigung nicht reparieren.

Typische Fehler vermeiden

Benutze eine für Schallplatten geeignete Bürste und halte sie sauber. Ein beliebiges Haushaltstuch kann Partikel über die Oberfläche ziehen oder neue Fusseln hinterlassen. Berühre die Rillenfläche möglichst nicht mit den Fingern, sondern fasse die Platte am Rand und gegebenenfalls im Labelbereich an. Nach dem Hören gehört sie zurück in eine saubere Innenhülle. [5]

Die Reinigung der Abtastnadel ist eine eigene Pflegeaufgabe. Eine große Plattenbürste ist dafür nicht vorgesehen; hier gelten die Hinweise des Tonabnehmerherstellers.

Trockenreinigung ist die unkomplizierte Pflege für zwischendurch: Sie entfernt losen Staub vor dem Abspielen und ergänzt eine gelegentliche gründliche Plattenwäsche. Entscheidend sind eine saubere Bürste, wenig Druck und realistische Erwartungen an das Ergebnis.

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