{"id":3435,"date":"2023-04-14T13:35:45","date_gmt":"2023-04-14T11:35:45","guid":{"rendered":"https:\/\/juergenpubanz.de\/?post_type=encyclopedia&#038;p=3435"},"modified":"2026-08-21T13:46:20","modified_gmt":"2026-08-21T11:46:20","slug":"beugungsunschaerfe","status":"publish","type":"encyclopedia","link":"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/beugungsunschaerfe\/","title":{"rendered":"Beugungsunsch\u00e4rfe"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum eine kleine Blende nicht automatisch mehr Sch&auml;rfe bedeutet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer m&ouml;glichst viel im Bild scharf haben m&ouml;chte, schlie&szlig;t die <a href=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/blende\/\" target=\"_self\" title=\"Was sie ist und warum sie f&uuml;r Deine Fotos so wichtig ist Die Blende geh&ouml;rt zu den grundlegenden Werkzeugen der Fotografie. Trotzdem wirkt sie am Anfang gern ein wenig widerspr&uuml;chlich: Eine kleine Blendenzahl bedeutet eine gro&szlig;e &Ouml;ffnung, eine gro&szlig;e Blendenzahl&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Blende<\/a>. Aus f\/5,6 wird f\/8, dann f\/11 oder f\/16. Die <a href=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/schaerfentiefe\/\" target=\"_self\" title=\"Was im Bild scharf erscheint und warum Sch&auml;rfentiefe geh&ouml;rt zu den Begriffen, die Dir beim Fotografieren st&auml;ndig begegnen. Besonders h&auml;ufig geht es dabei um die Blende: weit &ouml;ffnen f&uuml;r einen unscharfen Hintergrund, abblenden f&uuml;r m&ouml;glichst viel Sch&auml;rfe. Das ist grunds&auml;tzlich&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Sch&auml;rfentiefe<\/a> w&auml;chst &ndash; und zun&auml;chst scheint alles in die richtige Richtung zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch irgendwann passiert etwas scheinbar Widerspr&uuml;chliches: Obwohl die Sch&auml;rfentiefe weiter zunimmt, wirken feine Details im gesamten Bild etwas weicher. Verantwortlich daf&uuml;r ist die <strong>Beugung des Lichts<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beugungsunsch&auml;rfe geh&ouml;rt damit zu den fotografischen Effekten, bei denen zwei unterschiedliche Arten von &bdquo;<a href=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/schaerfe\/\" target=\"_self\" title=\"Wann wirkt ein Bild wirklich scharf? Sch&auml;rfe geh&ouml;rt zu den Begriffen der Fotografie, die zun&auml;chst v&ouml;llig eindeutig erscheinen. Ein Foto ist entweder scharf oder unscharf &ndash; k&ouml;nnte man meinen. Tats&auml;chlich ist es deutlich komplizierter. Ob wir ein Bild als scharf&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Sch&auml;rfe<\/a>&ldquo; gegeneinander abgewogen werden m&uuml;ssen. Wer versteht, was dabei passiert, kann die Blende bewusster w&auml;hlen, statt einfach nach der kleinsten verf&uuml;gbaren &Ouml;ffnung zu greifen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist Beugungsunsch&auml;rfe?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beugungsunsch&auml;rfe bezeichnet den Verlust an Detailaufl&ouml;sung, der durch die <strong>Beugung von Licht an einer kleinen <a href=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/blendenoeffnung\/\" target=\"_self\" title=\"Wie sie Licht und Bildwirkung beeinflusst Die Blenden&ouml;ffnung geh&ouml;rt zu den grundlegenden Werkzeugen der Fotografie. Sie entscheidet nicht nur mit dar&uuml;ber, wie viel Licht durch das Objektiv gelangt. Gleichzeitig beeinflusst sie, wie gro&szlig; der Bereich im Bild erscheint, den wir&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Blenden&ouml;ffnung<\/a><\/strong> entsteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Licht l&auml;sst sich nicht in jeder Situation ausschlie&szlig;lich als geradliniger Strahl betrachten. Es besitzt Welleneigenschaften. Passiert Licht eine begrenzte &Ouml;ffnung wie die Blende eines Objektivs, breitet es sich hinter dieser &Ouml;ffnung nicht vollkommen geradlinig weiter aus. An der &Ouml;ffnung entstehen Beugungs- und Interferenzeffekte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je kleiner die Blenden&ouml;ffnung im Verh&auml;ltnis zur Wellenl&auml;nge des Lichts wird, desto st&auml;rker wirkt sich dieser Effekt auf die Abbildung aus. In der Fotografie f&uuml;hrt das bei hohen Blendenzahlen schlie&szlig;lich dazu, dass feinste Strukturen weniger klar voneinander getrennt werden k&ouml;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Entscheidende dabei: <strong>Beugung ist kein Objektivfehler.<\/strong> Sie ist eine grundlegende physikalische Eigenschaft des Lichts und l&auml;sst sich deshalb auch mit einem optisch hervorragenden <a href=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/objektiv\/\" target=\"_self\" title=\"Mehr als nur das Auge der Kamera Wenn &uuml;ber Kameras gesprochen wird, dreht sich vieles um Sensoren, Megapixel, Autofokus oder Serienbildgeschwindigkeit. Dabei entsteht das Bild schon ein gutes St&uuml;ck vorher: im Objektiv. Das Objektiv sammelt das Licht eines Motivs und&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Objektiv<\/a> nicht vollst&auml;ndig vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was passiert mit dem Licht?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein idealer Lichtpunkt wird durch eine kreisf&ouml;rmige &Ouml;ffnung nicht als mathematisch perfekter Punkt abgebildet. Stattdessen entsteht ein Beugungsmuster mit einem hellen Zentrum und schw&auml;cheren Ringen darum. Das zentrale Beugungsscheibchen wird als <strong>Airy-Scheibchen<\/strong> oder <em>Airy Disk<\/em> bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit zunehmender <a href=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/blendenzahl\/\" target=\"_self\" title=\"Die Blendenzahl ist eine Ma&szlig;einheit, die in der Fotografie verwendet wird, um die Gr&ouml;&szlig;e der Blende eines Objektivs zu beschreiben. Sie wird normalerweise durch eine f-Zahl angegeben, z. B. f\/2.8 oder f\/11. Die Blendenzahl ist ein Verh&auml;ltnis zwischen der Brennweite&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Blendenzahl<\/a> &ndash; also einer kleineren relativen Blenden&ouml;ffnung &ndash; wird dieses Beugungsmuster gr&ouml;&szlig;er. Benachbarte feine Bilddetails beginnen sich dadurch st&auml;rker zu &uuml;berlagern. Zun&auml;chst sinkt vor allem der Kontrast sehr kleiner Strukturen; bei st&auml;rkerer Beugung lassen sich feine Details schlie&szlig;lich nicht mehr sauber voneinander trennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist wichtig, weil Beugungsunsch&auml;rfe nicht pl&ouml;tzlich bei einer bestimmten Blende &bdquo;eingeschaltet&ldquo; wird. Der &Uuml;bergang ist flie&szlig;end.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Aussage wie &bdquo;Ab f\/11 entsteht Beugungsunsch&auml;rfe&ldquo; ist deshalb zu pauschal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beugung gibt es grunds&auml;tzlich. Die praktische Frage lautet vielmehr: <strong>Ab wann wird ihr Einfluss in meinem Bild relevant oder sichtbar?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum Abblenden zun&auml;chst trotzdem sch&auml;rfere Bilder liefern kann<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An dieser Stelle wird es interessant. Wenn Beugung beim Schlie&szlig;en der Blende zunimmt, k&ouml;nnte man vermuten, dass ein Objektiv grunds&auml;tzlich bei Offenblende die h&ouml;chste Bildsch&auml;rfe liefern m&uuml;sste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Praxis stimmt das h&auml;ufig nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei weit ge&ouml;ffneter Blende k&ouml;nnen verschiedene <a href=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/abbildungsfehler\/\" target=\"_self\" title=\"Abbildungsfehler, auch Aberrationen genannt, sind optische Unvollkommenheiten eines Objektivs oder einer Linse. Sie f&uuml;hren dazu, dass das aufgenommene Bild nicht exakt so wiedergegeben wird, wie es das Motiv tats&auml;chlich zeigt. Die Folge k&ouml;nnen Unsch&auml;rfen, Farbfehler oder geometrische Verzerrungen sein. Kein&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Abbildungsfehler<\/a> eines realen Objektivs st&auml;rker sichtbar sein. Durch moderates Abblenden lassen sich einige davon reduzieren, sodass die Abbildungsleistung zun&auml;chst steigt. Nikon weist beispielsweise darauf hin, dass bei Focus-Shift-Aufnahmen h&auml;ufig eine etwas geschlossene Blende sinnvoll ist, weil damit eine hohe Detailwiedergabe bis in die Bildr&auml;nder erreicht werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit treffen zwei gegenl&auml;ufige Entwicklungen aufeinander:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Beim Abblenden k&ouml;nnen Objektivfehler geringer werden, w&auml;hrend gleichzeitig die Beugung zunimmt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazwischen liegt h&auml;ufig ein Bereich, in dem das Objektiv eine besonders hohe Detailaufl&ouml;sung erreicht. Wo dieser Bereich liegt, h&auml;ngt vom jeweiligen Objektiv und vom gesamten Aufnahmesystem ab. Eine universelle &bdquo;sch&auml;rfste Blende&ldquo; gibt es daher nicht.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet Beugungsunsch&auml;rfe f&uuml;r deine Fotografie?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders relevant wird das Thema immer dann, wenn Du f&uuml;r viel Sch&auml;rfentiefe stark abblenden m&ouml;chtest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das klassische Beispiel ist die Landschaftsfotografie. Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund sollen m&ouml;glichst scharf erscheinen. Die Versuchung ist gro&szlig;, einfach f\/16 oder f\/22 einzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit w&auml;chst zwar die Sch&auml;rfentiefe, gleichzeitig kann aber die Detailaufl&ouml;sung durch Beugung sinken. Genau darin liegt der fotografische Zielkonflikt: Eine kleinere Blende kann einen gr&ouml;&szlig;eren Entfernungsbereich akzeptabel scharf erscheinen lassen, w&auml;hrend die maximal erreichbare Detailzeichnung innerhalb dieses Bereichs abnimmt. Auch bei der Betrachtung der Sch&auml;rfentiefe ist deshalb die kleinste m&ouml;gliche Blende nicht automatisch die beste Wahl.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beugung ist damit weniger eine Grenze als vielmehr ein weiterer Faktor bei der Wahl der Blende.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal ist f\/16 trotz sichtbarer Beugung genau die richtige Entscheidung, weil Dir die zus&auml;tzliche Sch&auml;rfentiefe wichtiger ist als die maximal m&ouml;gliche Detailaufl&ouml;sung. In anderen Situationen bringt das starke Abblenden kaum einen gestalterischen Vorteil &ndash; dann verschenkst Du m&ouml;glicherweise unn&ouml;tig <a href=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/aufloesung\/\" target=\"_self\" title=\"Was Pixel, Megapixel und PPI in der Fotografie wirklich bedeuten. Aufl&ouml;sung geh&ouml;rt zu den Begriffen, die in der Fotografie st&auml;ndig auftauchen. Kameras werden mit 24, 45 oder 60 Megapixeln beworben, beim Drucken begegnen Dir pl&ouml;tzlich 300 ppi und beim Export&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Aufl&ouml;sung<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Beispiel aus der Praxis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stell Dir eine Landschaftsaufnahme mit Steinen im Vordergrund, einer Baumgruppe in mittlerer Entfernung und Bergen am Horizont vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit f\/5,6 liefert Dein Objektiv vielleicht eine sehr gute Detailzeichnung. Der nahe Vordergrund liegt jedoch au&szlig;erhalb der gew&uuml;nschten Sch&auml;rfentiefe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du wechselst auf f\/8. Der scharf erscheinende Bereich wird gr&ouml;&szlig;er und die feinen Strukturen bleiben sehr gut erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei f\/11 gewinnst Du noch etwas Sch&auml;rfentiefe. Vielleicht ist das f&uuml;r genau diese Aufnahme der sinnvollste Kompromiss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei f\/22 reicht die Sch&auml;rfentiefe schlie&szlig;lich noch weiter. Betrachtest Du die Aufnahme anschlie&szlig;end gro&szlig;, stellst Du jedoch fest, dass feine Bl&auml;tter, Grasstrukturen oder Felsen insgesamt weniger knackig erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet nicht, dass f\/22 &bdquo;falsch&ldquo; war. Vielleicht war diese Blende notwendig, um die gew&uuml;nschte Aufnahme &uuml;berhaupt zu erhalten. Die Bildgestaltung entscheidet, welcher Kompromiss sinnvoll ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Falls Du dagegen maximale Detailaufl&ouml;sung <strong>und<\/strong> sehr gro&szlig;e Sch&auml;rfentiefe ben&ouml;tigst, kann eine Serie von Aufnahmen mit unterschiedlichen Fokusebenen und anschlie&szlig;endes Focus Stacking eine Alternative zum extremen Abblenden sein. Dabei kann eine Blende gew&auml;hlt werden, bei der das Objektiv eine hohe Abbildungsleistung bietet.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure data-wp-context='{\"imageId\":\"6ac351f599b73\"}' data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6ac351f599b73\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Beugungsunschaerfe2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12627\" srcset=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Beugungsunschaerfe2.jpg 1536w, https:\/\/fotografievinyl.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Beugungsunschaerfe2-400x267.jpg 400w, https:\/\/fotografievinyl.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Beugungsunschaerfe2-768x512.jpg 768w, https:\/\/fotografievinyl.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Beugungsunschaerfe2-18x12.jpg 18w, https:\/\/fotografievinyl.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Beugungsunschaerfe2-1140x760.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\"><button class=\"lightbox-trigger\" type=\"button\" aria-haspopup=\"dialog\" data-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\" data-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\" data-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\">\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewbox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\"><\/path>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sensorgr&ouml;&szlig;e, Pixel und die Frage nach der &bdquo;Beugungsgrenze&ldquo;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rund um die Beugungsunsch&auml;rfe taucht h&auml;ufig die Frage auf, ab welcher Blende eine bestimmte Kamera &bdquo;beugungsbegrenzt&ldquo; arbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier lohnt sich eine Differenzierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die physikalische Gr&ouml;&szlig;e des Beugungsmusters h&auml;ngt im Wesentlichen von der Blendenzahl und der Wellenl&auml;nge des Lichts ab. Ob und wie deutlich Du dessen Auswirkungen im fertigen Foto erkennst, h&auml;ngt jedoch zus&auml;tzlich von Faktoren wie Pixelgr&ouml;&szlig;e beziehungsweise Pixeldichte, Ausgabegr&ouml;&szlig;e, Vergr&ouml;&szlig;erung und Betrachtungsabstand ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine hochaufl&ouml;sende Kamera macht Beugung deshalb nicht st&auml;rker. Sie kann deren Auswirkungen bei einer Betrachtung auf Pixelebene lediglich fr&uuml;her sichtbar machen, weil sie feinere Details &uuml;berhaupt erfassen kann. Mehr <a href=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/megapixel\/\" target=\"_self\" title=\"Was diese Zahl &uuml;ber eine Kamera wirklich aussagt Megapixel geh&ouml;ren zu den bekanntesten technischen Angaben einer Digitalkamera. Selbst wer sich kaum mit Kameratechnik besch&auml;ftigt, kennt Zahlen wie 20, 24, 45 oder 60 Megapixel. Schnell entsteht dabei der Eindruck: Je mehr&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Megapixel<\/a> werden durch Beugung also nicht pl&ouml;tzlich zum Nachteil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch deshalb ist eine starre Tabelle nach dem Muster &bdquo;<a href=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/vollformat\/\" target=\"_self\" title=\"Wer sich mit Digitalkameras besch&auml;ftigt, begegnet fr&uuml;her oder sp&auml;ter dem Begriff Vollformat. H&auml;ufig klingt er dabei ein wenig nach einer Qualit&auml;tsstufe: Vollformat als gro&szlig;e, professionelle Variante &ndash; und alles darunter als Kompromiss. Ganz so einfach ist es nicht. Vollformat bezeichnet&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Vollformat<\/a> bis f\/11, <a href=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/aps-c-sensor\/\" target=\"_self\" title=\"Ein APS-C-Sensor ist ein digitaler Bildsensor, dessen Fl&auml;che kleiner als das Kleinbild- beziehungsweise Vollformat von 36 &times; 24 Millimetern ist. Er wird vor allem in spiegellosen Systemkameras und digitalen Spiegelreflexkameras eingesetzt. APS-C bietet einen guten Mittelweg zwischen Bildqualit&auml;t, Kameragr&ouml;&szlig;e, Gewicht&hellip;\" class=\"encyclopedia\">APS-C<\/a> bis f\/8&ldquo; nur eine grobe Orientierung und keine fotografische Naturkonstante.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist am Ende, <strong>wie das fertige Bild betrachtet und verwendet wird<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Beugungsunsch&auml;rfe und Sch&auml;rfentiefe sind nicht dasselbe<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beide Effekte h&auml;ngen mit der Blende zusammen, beschreiben aber unterschiedliche Dinge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>Sch&auml;rfentiefe<\/strong> beschreibt den Entfernungsbereich vor und hinter der eingestellten Fokusebene, der im fertigen Bild ausreichend scharf erscheint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>Beugungsunsch&auml;rfe<\/strong> betrifft dagegen die m&ouml;gliche Detailaufl&ouml;sung des optischen Systems selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Schlie&szlig;en der Blende w&auml;chst normalerweise die Sch&auml;rfentiefe. Gleichzeitig nimmt jedoch der Einfluss der Beugung zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau daraus entsteht der praktische Kompromiss.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Muss ich Beugungsunsch&auml;rfe vermeiden?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie ist kein fotografischer Fehler, den Du um jeden Preis verhindern musst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine kleine Blende kann aus vielen Gr&uuml;nden sinnvoll sein: f&uuml;r mehr Sch&auml;rfentiefe, f&uuml;r l&auml;ngere Belichtungszeiten oder auch f&uuml;r ausgepr&auml;gte Blendensterne an punktf&ouml;rmigen Lichtquellen. Letztere entstehen ebenfalls durch Beugung an der Blende.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die bessere Frage lautet deshalb nicht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Wie vermeide ich Beugungsunsch&auml;rfe?&ldquo;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sondern:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Welche Blende liefert f&uuml;r dieses Bild den sinnvollsten Kompromiss?&ldquo;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn f\/16 das Bild erm&ouml;glicht, das Du gestalten m&ouml;chtest, darfst Du f\/16 verwenden. Wenn f\/8 dieselbe Bildwirkung mit h&ouml;herer Detailaufl&ouml;sung liefert, gibt es dagegen wenig Grund, unn&ouml;tig weiter abzublenden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beugungsunsch&auml;rfe entsteht, weil Licht an der Blenden&ouml;ffnung gebeugt wird. Je weiter Du die Blende schlie&szlig;t, desto st&auml;rker kann dieser Effekt die Aufl&ouml;sung feiner Bilddetails begrenzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet aber nicht, dass kleine Blenden grunds&auml;tzlich schlecht sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Praxis w&auml;gt Du zwischen Sch&auml;rfentiefe, Objektivleistung, Beugung, <a href=\"https:\/\/fotografievinyl.de\/en\/enzyklopaedie\/belichtungszeit\/\" target=\"_self\" title=\"Die Belichtungszeit ist ein wichtiger Parameter in der Fotografie und bezieht sich auf die Dauer, in der der Verschluss der Kamera ge&ouml;ffnet bleibt, um Licht auf den Film oder den Sensor zu lassen. Sie wird in Sekunden oder Bruchteilen davon&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Belichtungszeit<\/a> und der gew&uuml;nschten Bildwirkung ab. Deshalb gibt es auch keine Blendenzahl, die f&uuml;r jede Kamera, jedes Objektiv und jedes Foto gleicherma&szlig;en die Grenze darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Du Beugungsunsch&auml;rfe verstanden hast, musst Du kleine Blenden also nicht meiden. Du kannst vielmehr bewusst entscheiden, wann die zus&auml;tzliche Sch&auml;rfentiefe den m&ouml;glichen Verlust an feinster Detailzeichnung wert ist.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum eine kleine Blende nicht automatisch mehr Sch\u00e4rfe bedeutet Wer m\u00f6glichst viel im Bild scharf haben m\u00f6chte, schlie\u00dft die Blende. Aus f\/5,6 wird f\/8, dann f\/11 oder f\/16. Die Sch\u00e4rfentiefe w\u00e4chst \u2013 und zun\u00e4chst scheint alles in die richtige Richtung zu gehen. Doch irgendwann passiert etwas scheinbar Widerspr\u00fcchliches: Obwohl die Sch\u00e4rfentiefe weiter zunimmt, wirken feine Details im gesamten Bild etwas weicher. Verantwortlich daf\u00fcr ist die Beugung des Lichts. Beugungsunsch\u00e4rfe geh\u00f6rt damit zu den fotografischen Effekten, bei denen zwei unterschiedliche Arten von \u201eSch\u00e4rfe\u201c gegeneinander abgewogen werden m\u00fcssen. Wer versteht, was dabei passiert, kann die Blende bewusster w\u00e4hlen, statt einfach nach der kleinsten verf\u00fcgbaren \u00d6ffnung zu greifen. Was ist Beugungsunsch\u00e4rfe? Beugungsunsch\u00e4rfe bezeichnet den Verlust an Detailaufl\u00f6sung, der durch die Beugung von Licht an einer kleinen Blenden\u00f6ffnung entsteht. Licht l\u00e4sst sich nicht in jeder Situation ausschlie\u00dflich als geradliniger Strahl betrachten. Es besitzt Welleneigenschaften. Passiert Licht eine begrenzte \u00d6ffnung wie die Blende eines Objektivs, breitet es sich hinter dieser \u00d6ffnung nicht vollkommen geradlinig weiter aus. An der \u00d6ffnung entstehen Beugungs- und Interferenzeffekte. Je kleiner die Blenden\u00f6ffnung im Verh\u00e4ltnis zur Wellenl\u00e4nge des Lichts wird, desto st\u00e4rker wirkt sich dieser Effekt auf die Abbildung aus. In der Fotografie f\u00fchrt das bei hohen Blendenzahlen schlie\u00dflich dazu, dass feinste Strukturen weniger klar voneinander getrennt werden k\u00f6nnen. Das Entscheidende dabei: Beugung ist kein Objektivfehler. Sie ist eine grundlegende physikalische Eigenschaft des Lichts und l\u00e4sst sich deshalb auch mit einem optisch hervorragenden Objektiv nicht vollst\u00e4ndig vermeiden. Was passiert mit dem Licht? Ein idealer Lichtpunkt wird durch eine kreisf\u00f6rmige \u00d6ffnung nicht als mathematisch perfekter Punkt abgebildet. Stattdessen entsteht ein Beugungsmuster mit einem hellen Zentrum und schw\u00e4cheren Ringen darum. Das zentrale Beugungsscheibchen wird als Airy-Scheibchen oder Airy Disk bezeichnet. Mit zunehmender Blendenzahl \u2013 also einer kleineren relativen Blenden\u00f6ffnung \u2013 wird dieses Beugungsmuster gr\u00f6\u00dfer. Benachbarte feine Bilddetails beginnen sich dadurch st\u00e4rker zu \u00fcberlagern. Zun\u00e4chst sinkt vor allem der Kontrast sehr kleiner Strukturen; bei st\u00e4rkerer Beugung lassen sich feine Details schlie\u00dflich nicht mehr sauber voneinander trennen. Das ist wichtig, weil Beugungsunsch\u00e4rfe nicht pl\u00f6tzlich bei einer bestimmten Blende \u201eeingeschaltet\u201c wird. Der \u00dcbergang ist flie\u00dfend. Eine Aussage wie \u201eAb f\/11 entsteht Beugungsunsch\u00e4rfe\u201c ist deshalb zu pauschal. Beugung gibt es grunds\u00e4tzlich. Die praktische Frage lautet vielmehr: Ab wann wird ihr Einfluss in meinem Bild relevant oder sichtbar? Warum Abblenden zun\u00e4chst trotzdem sch\u00e4rfere Bilder liefern kann An dieser Stelle wird es interessant. Wenn Beugung beim Schlie\u00dfen der Blende zunimmt, k\u00f6nnte man vermuten, dass ein Objektiv grunds\u00e4tzlich bei Offenblende die h\u00f6chste Bildsch\u00e4rfe liefern m\u00fcsste. In der Praxis stimmt das h\u00e4ufig nicht. Bei weit ge\u00f6ffneter Blende k\u00f6nnen verschiedene Abbildungsfehler eines realen Objektivs st\u00e4rker sichtbar sein. Durch moderates Abblenden lassen sich einige davon reduzieren, sodass die Abbildungsleistung zun\u00e4chst steigt. Nikon weist beispielsweise darauf hin, dass bei Focus-Shift-Aufnahmen h\u00e4ufig eine etwas geschlossene Blende sinnvoll ist, weil damit eine hohe Detailwiedergabe bis in die Bildr\u00e4nder erreicht werden kann. Damit treffen zwei gegenl\u00e4ufige Entwicklungen aufeinander: Beim Abblenden k\u00f6nnen Objektivfehler geringer werden, w\u00e4hrend gleichzeitig die Beugung zunimmt. Dazwischen liegt h\u00e4ufig ein Bereich, in dem das Objektiv eine besonders hohe Detailaufl\u00f6sung erreicht. Wo dieser Bereich liegt, h\u00e4ngt vom jeweiligen Objektiv und vom gesamten Aufnahmesystem ab. Eine universelle \u201esch\u00e4rfste Blende\u201c gibt es daher nicht. Was bedeutet Beugungsunsch\u00e4rfe f\u00fcr deine Fotografie? Besonders relevant wird das Thema immer dann, wenn Du f\u00fcr viel Sch\u00e4rfentiefe stark abblenden m\u00f6chtest. Das klassische Beispiel ist die Landschaftsfotografie. Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund sollen m\u00f6glichst scharf erscheinen. Die Versuchung ist gro\u00df, einfach f\/16 oder f\/22 einzustellen. Damit w\u00e4chst zwar die Sch\u00e4rfentiefe, gleichzeitig kann aber die Detailaufl\u00f6sung durch Beugung sinken. Genau darin liegt der fotografische Zielkonflikt: Eine kleinere Blende kann einen gr\u00f6\u00dferen Entfernungsbereich akzeptabel scharf erscheinen lassen, w\u00e4hrend die maximal erreichbare Detailzeichnung innerhalb dieses Bereichs abnimmt. Auch bei der Betrachtung der Sch\u00e4rfentiefe ist deshalb die kleinste m\u00f6gliche Blende nicht automatisch die beste Wahl. Beugung ist damit weniger eine Grenze als vielmehr ein weiterer Faktor bei der Wahl der Blende. Manchmal ist f\/16 trotz sichtbarer Beugung genau die richtige Entscheidung, weil Dir die zus\u00e4tzliche Sch\u00e4rfentiefe wichtiger ist als die maximal m\u00f6gliche Detailaufl\u00f6sung. In anderen Situationen bringt das starke Abblenden kaum einen gestalterischen Vorteil \u2013 dann verschenkst Du m\u00f6glicherweise unn\u00f6tig Aufl\u00f6sung. Ein Beispiel aus der Praxis Stell Dir eine Landschaftsaufnahme mit Steinen im Vordergrund, einer Baumgruppe in mittlerer Entfernung und Bergen am Horizont vor. Mit f\/5,6 liefert Dein Objektiv vielleicht eine sehr gute Detailzeichnung. Der nahe Vordergrund liegt jedoch au\u00dferhalb der gew\u00fcnschten Sch\u00e4rfentiefe. Du wechselst auf f\/8. Der scharf erscheinende Bereich wird gr\u00f6\u00dfer und die feinen Strukturen bleiben sehr gut erhalten. Bei f\/11 gewinnst Du noch etwas Sch\u00e4rfentiefe. Vielleicht ist das f\u00fcr genau diese Aufnahme der sinnvollste Kompromiss. Bei f\/22 reicht die Sch\u00e4rfentiefe schlie\u00dflich noch weiter. Betrachtest Du die Aufnahme anschlie\u00dfend gro\u00df, stellst Du jedoch fest, dass feine Bl\u00e4tter, Grasstrukturen oder Felsen insgesamt weniger knackig erscheinen. Das bedeutet nicht, dass f\/22 \u201efalsch\u201c war. Vielleicht war diese Blende notwendig, um die gew\u00fcnschte Aufnahme \u00fcberhaupt zu erhalten. Die Bildgestaltung entscheidet, welcher Kompromiss sinnvoll ist. Falls Du dagegen maximale Detailaufl\u00f6sung und sehr gro\u00dfe Sch\u00e4rfentiefe ben\u00f6tigst, kann eine Serie von Aufnahmen mit unterschiedlichen Fokusebenen und anschlie\u00dfendes Focus Stacking eine Alternative zum extremen Abblenden sein. Dabei kann eine Blende gew\u00e4hlt werden, bei der das Objektiv eine hohe Abbildungsleistung bietet. Sensorgr\u00f6\u00dfe, Pixel und die Frage nach der \u201eBeugungsgrenze\u201c Rund um die Beugungsunsch\u00e4rfe taucht h\u00e4ufig die Frage auf, ab welcher Blende eine bestimmte Kamera \u201ebeugungsbegrenzt\u201c arbeitet. Hier lohnt sich eine Differenzierung. Die physikalische Gr\u00f6\u00dfe des Beugungsmusters h\u00e4ngt im Wesentlichen von der Blendenzahl und der Wellenl\u00e4nge des Lichts ab. Ob und wie deutlich Du dessen Auswirkungen im fertigen Foto erkennst, h\u00e4ngt jedoch zus\u00e4tzlich von Faktoren wie Pixelgr\u00f6\u00dfe beziehungsweise Pixeldichte, Ausgabegr\u00f6\u00dfe, Vergr\u00f6\u00dferung und Betrachtungsabstand ab. Eine hochaufl\u00f6sende Kamera macht Beugung deshalb nicht st\u00e4rker. Sie kann deren Auswirkungen bei einer Betrachtung auf Pixelebene lediglich fr\u00fcher sichtbar machen, weil sie feinere Details \u00fcberhaupt erfassen kann. Mehr Megapixel werden durch Beugung also nicht pl\u00f6tzlich zum Nachteil. Auch deshalb ist eine starre Tabelle nach dem Muster \u201eVollformat bis f\/11, APS-C bis f\/8\u201c nur eine grobe Orientierung und keine fotografische Naturkonstante. Entscheidend ist am Ende, wie das fertige Bild betrachtet und verwendet wird. Beugungsunsch\u00e4rfe und Sch\u00e4rfentiefe sind nicht dasselbe Beide Effekte h\u00e4ngen mit der Blende zusammen, beschreiben aber unterschiedliche Dinge. Die Sch\u00e4rfentiefe beschreibt den Entfernungsbereich vor und hinter der eingestellten Fokusebene, der im fertigen Bild ausreichend scharf erscheint. Die Beugungsunsch\u00e4rfe betrifft dagegen die m\u00f6gliche Detailaufl\u00f6sung des optischen Systems selbst. Beim Schlie\u00dfen der Blende w\u00e4chst normalerweise die Sch\u00e4rfentiefe. Gleichzeitig nimmt jedoch der Einfluss der Beugung zu. Genau daraus entsteht der praktische Kompromiss. Muss ich Beugungsunsch\u00e4rfe vermeiden? Nein. Sie ist kein fotografischer Fehler, den Du um jeden Preis verhindern musst. Eine kleine Blende kann aus vielen Gr\u00fcnden sinnvoll sein: f\u00fcr mehr Sch\u00e4rfentiefe, f\u00fcr l\u00e4ngere Belichtungszeiten oder auch f\u00fcr ausgepr\u00e4gte Blendensterne an punktf\u00f6rmigen Lichtquellen. Letztere entstehen ebenfalls durch Beugung an der Blende. Die bessere Frage lautet deshalb nicht: \u201eWie vermeide ich Beugungsunsch\u00e4rfe?\u201c Sondern: \u201eWelche Blende liefert f\u00fcr dieses Bild den sinnvollsten Kompromiss?\u201c Wenn f\/16 das Bild erm\u00f6glicht, das Du gestalten m\u00f6chtest, darfst Du f\/16 verwenden. Wenn f\/8 dieselbe Bildwirkung mit h\u00f6herer Detailaufl\u00f6sung liefert, gibt es dagegen wenig Grund, unn\u00f6tig weiter abzublenden. Beugungsunsch\u00e4rfe entsteht, weil Licht an der Blenden\u00f6ffnung gebeugt wird. Je weiter Du die Blende schlie\u00dft, desto st\u00e4rker kann dieser Effekt die Aufl\u00f6sung feiner Bilddetails begrenzen. Das bedeutet aber nicht, dass kleine Blenden grunds\u00e4tzlich schlecht sind. In der Praxis w\u00e4gt Du zwischen Sch\u00e4rfentiefe, Objektivleistung, Beugung, Belichtungszeit und der gew\u00fcnschten Bildwirkung ab. Deshalb gibt es auch keine Blendenzahl, die f\u00fcr jede Kamera, jedes Objektiv und jedes Foto gleicherma\u00dfen die Grenze darstellt. Wenn Du Beugungsunsch\u00e4rfe verstanden hast, musst Du kleine Blenden also nicht meiden. Du kannst vielmehr bewusst entscheiden, wann die zus\u00e4tzliche Sch\u00e4rfentiefe den m\u00f6glichen Verlust an feinster Detailzeichnung wert ist.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":12628,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":""},"tags":[646,647,7,648,8,628,55,13],"encyclopedia-category":[622],"class_list":["post-3435","encyclopedia","type-encyclopedia","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-airy-scheibchen","tag-beugung","tag-beugungsunschaerfe","tag-bildschaerfe","tag-blende","tag-fotografie-grundlagen-2","tag-objektiv","tag-schaerfentiefe","encyclopedia-category-fotografie"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Beugungsunsch\u00e4rfe einfach erkl\u00e4rt: Blende und Bildsch\u00e4rfe - Fotografie &amp; Vinyl<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Was ist Beugungsunsch\u00e4rfe und warum werden Fotos bei kleinen Blenden weicher? 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